Aufklärung und Schulung

Durch Vorträge, Publikationen und Beiträge in den Medien wird die breite Öffentlichkeit über die Situation betroffener Mädchen und Frauen informiert und für ihre Not sensibilisiert. Durch Auftritte in Fernsehsendungen, wie zum Beispiel bei Markus Lanz, Anne Will, in der preisgekrönten Dokumentation 37 Grad „Zur Heirat verurteilt“, bei Michael Hirz „UNTER DEN LINDEN persönlich“ oder bei der Sendung „Stationen“ vom Bayerischen Fernsehen, ist es Sabatina James gelungen, diese Problematik in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Darüber hinaus leistet sie Präventionsarbeit durch Vorträge und Schulungen, die sie an relevante Zielgruppen wie Politiker, Polizei, Allgemeine Soziale Dienste, Zweige der Gerichtsbarkeit, Beratungsstellen und Frauenhäuser wenden. So sprach Sabatina James zusammen mit Ayaan Hirsi Ali und zwei Staatsanwälten im Juni 2011 in New York bei der 1. Honor Violence Conference, um das FBI und andere Behörden für die Problematik von Zwangsarbeit und Ehrverbrechen zu sensibilisieren. Im September 2011 schulte sie Verantwortliche in Mainz bei einer Fachtagung rheinland-pfälzischer Ministerien und im März 2012 sprach sie beim Annual Women in the World Summit in New York über Zwangsheirat.

Sabatina auf Fachtagung

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AKTIONSGRUPPE GEGEN ZWANGSHEIRAT

Stuttgart, 17.1.15,6bAm 17. Januar führte unsere Stuttgarter Aktionsgruppe auf der Haupteinkaufsmeile Königstraße einen Aktionstag gegen Zwangsheirat durch. Die Aktivisten kamen aus Russland, Deutschland, Pakistan und Australien. Sie einte ihr christlicher Glaube und der Wille, gemeinsam gegen religiös begründetes Unrecht vorzugehen und den Mädchen und Frauen eine neue Perspektive für ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Ergänzt wurde unser Banner gegen Zwangsheirat durch die Kleidung der Aktivisten.

Interessierte wurden auf die Arbeit des Vereins aufmerksam gemacht. Flyer und Broschüren von Sabatina e.V. konnten mitgenommen werden. Neben viel Zustimmung und Ermutigung erfuhren die Teilnehmer aber auch Gegenwind. Obwohl das Wort „Islam“ nirgendwo vorkam, fühlten sich mehrere Muslime allein durch die Thematik angegriffen.

Trotz des Widerstandes ist es jedoch wichtig, mit dieser Thematik auf die Straße zu gehen, denn auch in Deutschland geht die Zahl der zwangsverheirateten Frauen und Mädchen in die Tausende. Darauf muss immer wieder hingewiesen werden. Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung, die großes Leid verursacht und deshalb nicht toleriert werden darf.

 

Plakate und Online-Banner gegen Zwangsheirat

Im November 2014 hat Sabatina e.V. mit einer großflächigen Plakatkampagne auf Zwangsheiraten in Deutschland aufmerksam gemacht und die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert.

In Hamburg, Berlin, Mannheim, München und Stuttgart wurden drei verschiedene Plakatmotive in collagenhaftem Stil in Bahnhöfen, S-Bahn-Stationen und an Verkehrsknotenpunkten gezeigt. Durch Schaltung von Online-Bannern auf mehreren Websites wurde die Kampagne zusätzlich unterstützt. Ziel war es, den Opferschutz in Deutschland zu optimieren und Helfer zu schulen, um den Umgang mit Betroffenen zu verbessern.

Die drei unterschiedlichen Motive der Plakatkampagne zeigten eine drastische Darstellung der vielen Facetten, die Betroffene von Zwangsheirat erleben. Ungeschönt sollten sie die Problematik und das Leben der Betroffenen abbilden, die hier in Deutschland von Zwangsehe bedroht sind oder bereits ohne ihre Einwilligung verheiratet wurden. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Zwangsheirat“ wollte der Verein aufzeigen, dass diese Menschenrechtsverletzung auch bei uns stattfindet. Sabatina James, Gründerin und erste Vorsitzende des Vereins Sabatina e.V., teilt das Schicksal dieser jungen Frauen und setzt sich bereits seit Jahren für den Opferschutz und die Unterstützung der hilfebedürftigen Frauen ein: „Ich habe mich entschieden, diese Kampagne zu starten, weil ich selber Betroffene bin. Das hat großes Leid in mein Leben gebracht, ein Leid, vor dem ich andere Frauen bewahren möchte.“

Laut Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011 zum Thema Zwangsverheiratung in Deutschland, sind 94 Prozent der Betroffenen junge Mädchen die zum größten Teil (knapp 60 Prozent) aus religiösen Migrantenfamilien stammen. Eine Zwangsehe wird geschlossen, wenn Mädchen oder junge Frauen ohne ihre Einwilligung oder durch Druck und Missbrauch zur Ehe gezwungen werden. Oft sehen sie keinen anderen Ausweg als Flucht, Selbstmord oder Gehorsam, der in katastrophalen Folgen endet: Häusliche Gewalt, Ehrenmord, Kindesentführung, Isolation und das Auseinanderbrechen von Familien. Die Plakatkampagne sollte mit den auffälligen Motiven auf das Schicksal der vielen Betroffenen aufmerksam machen, ihnen aufzeigen, dass es für sie Hilfe gibt und eine Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema erwirken.

Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz griffen die Thematik auf, berichteten über die Kampagne und interviewten Sabatina James über ihre Beweggründe, das Thema Zwangsheirat so breit an die Öffentlichkeit zu bringen.

Dem Deutschlandfunk sagte sie: „Ich hab’s an meinem eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, gegen den Willen verheiratet zu werden, eine Todesdrohung ausgesprochen zu bekommen über sein Leben, dann im Opferschutz zu leben und keine Familie mehr zu haben. Alles Konsequenzen der Entscheidung für die Freiheit. Und deswegen sage ich: Ich werde auftreten, egal, was es mich kostet. Und wenn es mich mein Leben kostet, dann kostet es mich mein Leben.“

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Zum Jawort genötigt

Am 22. Februar 2013 lud der ZONTA Club Heidelberg zu einer Benefizveranstaltung in die Print Media Academy ein. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte der Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, Herr Dr. Eckhart Würzner. Frau Professor Dr. Christine Schirrmacher hielt einen Vortrag zum Thema „Zwangsverheiratung. Muslimische Frauen in Europa zwischen Selbstbestimmung und Entmündigung“. Anschließend moderierte Matthias Matussek eine Podiumsdiskussion mit Sabatina James. Sehr plastisch konnte Sabatina die Ausführungen von Frau Professor Schirrmacher mit ihrem eigenen Erleben in Elternhaus, Schule und bei Behörden ergänzen. So wurde den etwa 150 Zuhörern die Dramatik im Leben junger Mädchen und Frauen deutlich, die von ihren Familien zwangsverheiratet werden sollen. Anschließend wurden Fragen der Zuhörer beantwortet.

Wie bei anderen Aufklärungsveranstaltungen ähnlicher Art stellte sich heraus, wie schwer es den meisten Menschen in unserem Land fällt, sich vorzustellen, welchem Druck Mädchen aus diesem Milieu ausgeliefert sind, wenn die Familie eine Ehe für sie arrangiert, die von den Mädchen abgelehnt wird. Deutlich wurde aber auch, dass informierte Kontaktpersonen Schutz und echte Hilfe anbieten können, auch wenn auf diesem Gebiet noch viel Handlungsbedarf besteht. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Aufbau einer Schutzstelle bedrohter Frauen durch Sabatina e.V. zugute.

Im Anschluss an die Veranstaltung hatten die Gäste in der Lounge der Academy noch ausreichend Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen, auch mit Professor Schirrmacher und Sabatina James.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

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Lesung und Podiumsdiskussion über Zwangsheirat in Frankfurt am 3. September 2012 (ausführlicher Bericht)

Zwangsheirat in Deutschland

Es sind erschreckende Zahlen: Rund 3.500 Fälle von Zwangsverheiratungen registrierten die Beratungsstellen in Deutschland zuletzt im Jahr 2008. Davon waren ca. 3.000 Frauen betroffen, 30 % von ihnen waren unter 18 Jahren. Die Dunkelziffer lässt sich nicht einschätzen. Fast alle Betroffenen haben einen Migrationshintergrund; 32 Prozent davon sind in Deutschland geboren; 44 Prozent besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Zusammenhang zwischen Zwangsverheiratung und Gewalt in den Familien ist erschreckend: mehr als die Hälfte der Betroffenen war zuvor körperlichen Angriffen ausgesetzt. Die Selbstmordrate unter zwangsverheirateten Mädchen ist doppelt so hoch wie im Normalschnitt.

Zwangsheirat – auch für Zonta ein politisch aktuelles Thema im Kampf für die Selbstbestimmung der Frau. Und so hatten die beiden Zonta Clubs Frankfurt II Rhein-Main und Bad Soden-Kronberg am 3. September 2012 gemeinsam in die Deutsche Nationalbibliothek eingeladen zu einer Lesung mit Sabatina James und einer anschließenden Podiumsdiskussion. Schirmherr war der hessische Sozialminister Stefan Grüttner.

Sabatina ist eine mutige Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie hat ihre persönlichen Erfahrungen in mehreren Büchern verarbeitet und in zahlreichen Vorträgen dargestellt. Hinzu kommen zahlreiche mediale Auftritte. In New York referierte sie auf der ersten Konferenz des FBI über „Verbrechen im Namen der Ehre“, sprach im März dieses Jahres dort als Pionierin für Menschenrechte vor 3000 Zuhörern im Lincoln Center und eröffnete am diesjährigen Weltfrauentag zusammen mit Madeleine Albright und Angelina Jolie die große Konferenz „Women of the World“.

Hintergrund: Sabatina James (ihr Pseudonym seit 2003) wurde 1982 in Pakistan in einer  traditionell muslimischen Familie als eines von vier Kindern geboren. Der Großvater war Mullah. Als Sabatina 10 Jahre alt war, ging der Vater als Gastarbeiter nach Österreich und holte die Familie nach. Sabatina integrierte sich schnell in die neue Kultur, sehr zum Kummer der Eltern, die die Tochter schon nach der Geburt einem gleichaltrigen Cousin als Ehefrau versprochen hatten.

Als 17-Jährige wurde Sabatina nach Pakistan zur künftigen Schwiegermutter geschickt und musste ein halbes Jahr lang eine Madrassa, eine Koranschule für Mädchen, besuchen. Für Sabatina war es „die Hölle“. Ihr Widerstand wurde gebrochen und sie willigte schließlich zum Schein in die Heirat ein, um so wieder nach Linz reisen zu können. Dort flüchtete sie umgehend in eine Notschlafstelle für Jugendliche. Um der Zwangsehe oder „Handschuhehe“ zu entkommen, ging Sabatina dann nach Deutschland, wo sie seit 2006 in einem Opferschutzprogramm lebt und arbeitet. 2003 konvertierte sie zum katholischen Glauben.

Der Weg in die (Glaubens-)Freiheit und Selbstbestimmung ist verbunden mit der Trennung von der Herkunftsfamilie, die das Todesurteil über sie ausgesprochen hat, und der ständigen Bedrohung durch Angriffe seitens islamistischer Kreise. Sie wurde krank darüber, bulimisch, und suchte Rat bei einer Therapeutin. Sabatina ist zu regelmäßigen Wohnungswechseln gezwungen. Sie taucht auf und dann wieder schnell unter und steht permanent unter Personenschutz.

Nach der Begrüßung der rund 250 Gäste durch Ute Schwens, die Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek, heißt Renate von Köller als Präsidentin unseres Zonta Clubs Frankfurt II Rhein-Main die Gäste willkommen und stellt Zonta International als weltweite Serviceorganisation vor. Es folgen sehr persönliche Grußworte der Frankfurter Oberbürgermeisterin a. D. Dr. Petra Roth, die schon seit Jahren Ehrenmitglied im Zonta Club Frankfurt ist. „Wir müssen miteinander lernen, aber vor allem auch voneinander.“ Sie kennt die Probleme einer multikulturellen Stadt wie keine andere. Abschließend stellt die Präsidentin des Zonta Clubs Bad Soden-Kronberg Fiona Ruff einige internationale und nationale Zonta-Hilfs- und Förderprogamme vor, bevor Sabatina ausgewählte Passagen aus ihrem aktuellen Buch „Nur die Wahrheit macht uns frei“ liest. Sie schildert darin ihr eigenes Schicksal, aber auch Erlebnisse Dritter, die auf Unterlagen, Erinnerungen der Beteiligten und Gesprächen mit Betroffenen basieren. Von Amina zum Beispiel, die von ihrem Vater aus Deutschland in den Libanon verschleppt und dort mehrmals zur Abtreibung gezwungen wurde, weil sie noch minderjährig war. Ihr gelang irgendwann die Flucht zurück nach Köln. Geholfen hatte ihr dabei Sabatina. „Ich bin in beiden Kulturen zu Hause, in der westlichen und in der muslimischen. Ich weiß, was es bedeutet, in Pakistan zu leben, was es bedeutet, als pakistanische Frau im Westen zu leben, und was es bedeutet, sich zu integrieren.“ Tagtäglich werden Frauen von ihren Familien zur Ehe gezwungen – und das nicht nur in der arabischen Welt, sondern mitten in Europa,mitten in den Parallelgesellschaften der in Deutschland lebenden Muslime.

Nach dieser emotionalen „Einstimmung“ in die Thematik beginnt die Podiumsdiskussion, die von dem schon seit 1995 für das ZDF arbeitenden Journalisten und Politikwissenschaftler Kamran Safiarian moderiert wird. In der Runde sitzen neben Sabatina James, Regina Kalthegener, eine auf Opferschutz spezialisierte Rechtsanwältin, Elisabeth Koch, eine Sozialpädagogin der Mädchenzuflucht des FeM Mädchenhauses in Frankfurt, und Jürgen Tiszeker, Kriminalhauptkommissar im Hessischen Innenministerium.

Nach ihren Eingangsthesen zum Thema „Zwangsverheiratung“ gefragt, antworten die Rechtsanwältin: „Zwangsverheiratung ist eine legale Vergewaltigung“, die Sozialpädagogin: „Zwangsverheiratung kommt dem Verrat an der eigenen Tochter gleich“, und der Kriminalbeamte: „Der Schutz für zwangsverheiratete Frauen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Alle Bemühungen, einen Fluchtweg aus der Zwangsverheiratung zu finden, werden durch eine Vielzahl von Umständen erschwert. Zum Beispiel dadurch, dass nur die ganz Mutigen eine Beratungsstelle aufsuchen, denn wer sich zur Wehr setzt, wird in der Familie isoliert, wer flieht, muss sich von jeglicher familiärer Bindung verabschieden. Sabatina spricht von einer Entscheidung zwischen Freiheit und Vaterliebe. Der Verlust der Familie sei unerträglich. Im letzten Moment werde dann meist eine Anzeige zurückgezogen. Kein Mädchen wolle seine Eltern anzeigen. Hier sei eine professionelle seelische Betreuung unbedingt erforderlich, um aufzuzeigen, wie es danach weitergehen könne, was Elisabeth Koch herausstellt, als sie von ihren Erfahrungen mit den zwischen 12 und 17 Jahre alten Mädchen spricht, die in die Mädchenzuflucht kommen.

Auf rechtliche Probleme weist Regina Kalthegener hin. Noch immer ist die sog. „Stellvertreterehe“ oder „Handschuhehe“ in Deutschland gültig. Zwar kann nach deutschem Recht eine Ehe nur persönlich und in Anwesenheit beider Ehepartner geschlossen werden. Das steht aber einer Anerkennung einer nach anderen Bräuchen und Rechtsregeln geschlossenen Ehe nicht entgegen, wenn sie den „am Eheschließungsort geltenden Regeln entspricht“. Schwierig ist auch die Abgrenzung der Zwangsheirat zur arrangierten Ehe, weil es letztlich der subjektiven Einschätzung der Beteiligten unterliegt, was als Zwang empfunden wird. Auch wenn der Straftatbestand der Zwangsverheiratung seit ca. einem Jahr in Deutschland rechtskräftig sei, sei dies bisher nur ein Signal, mehr noch nicht, betont die Rechtsanwältin.

Es liegt auf der Hand, unter diesen Gegebenheiten die Frage nach einer wirksamen Prävention zu stellen, zumal sich die meist verängstigten Mädchen und Frauen nicht offenbaren. Sabatina erzählt, wie unerträglich es für sie war und noch immer sei, von ihrer Familie als „Nestbeschmutzerin“ bezeichnet zu werden – ein Rufmord durch die, die sie am meisten liebe. Sie wünsche sich sehnlich, dass ihre Familie wieder Frieden mit ihr schließe.

Auf jeden Fall muss schon in den Schulen frühzeitig aufgeklärt werden. Lehrer müssen jede Auffälligkeit den Fach- oder Frauenberatungsstellen melden, die dann sensibel die psychologische und seelsorgerliche Beratung übernehmen. Wir alle sind aufgerufen, hin- und nicht wegzusehen – ganz im Sinne von „advocacy“, das für Zonta ein wichtiger Leitgedanke ist. Das Opferschutzprogramm muss frühzeitig anlaufen. Sabatina selbst steht seit 2006 im Opferschutzprogramm, nachdem im Jahre 2001 ein Todesurteil (Fatwa) gegen sie gesprochen wurde; von ihrer eigenen Familie.

Gute Ergebnisse zeigt nach Aussage von Jürgen Tiszeker das schon seit einigen Jahren existierende „Netzwerk gegen Gewalt“, welches Gewaltprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht. Darin kooperieren alle in der Gewaltprävention tätigen Behörden, Institutionen, Vereine, Verbände und Initiativen. Regina Kalthegener wünscht sich mehr Schutz im konkreten Fall – Stichwort: Zeugenschutz – und auch mehr Pragmatismus über die Grenzen der Bundesländer hinweg. Große Hoffnung liegt jetzt auf dem bundesweiten Hilfstelefon „Gewalt gegen Frauen“, das 2013 starten soll – rund um die Uhr und mehrsprachig, wo Mädchen und Frauen anrufen können, wenn ihnen Gewalt oder Zwangsverheiratung droht.

Sabatina hat 2006 den Verein Sabatina e.V. gegründet, um Betroffenen Hilfe anzubieten. Er leistet eine breit gefächerte Aufklärungs- und Schulungsarbeit und kooperiert mit Schulen, Jugendämtern, Frauenhäusern und dem „Weißen Ring“. Bedrohte Mädchen und Frauen finden über den Verein eine vorübergehende wie auch dauerhafte Unterkunft in Schutzeinrichtungen, eine anonyme medizinische Versorgung sowie eine 24-Stunden-Notruf-Zentrale – kurzum: Schutz vor ihren gewalttätigen Angehörigen und Begleitung auf dem langen Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Zum Schluss können nur noch einige wenige Fragen aus dem Publikum beantwortet werden, da die angesetzte Zeit schon überschritten ist. Solche nach der Rolle des Islam werden an diesem Abend bewusst ausgeklammert, weil Zonta überkonfessionell arbeitet und daher bei unserer Veranstaltung gegen Zwangsverheiratung diskutiert und keine Religionsdebatte ausgelöst werden sollte. Bei Wein und Brezeln klingt der Abend allmählich aus in dem Bewusstsein, wie wichtig die Arbeit von Zonta ist in dem Bemühen, bedrohten Mädchen und Frauen zu helfen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben – durch „Service and Advocacy“, wie es in unserer Zielsetzung heißt, durch materielle und finanzielle Unterstützung einerseits sowie Fürsprache und wirksames öffentliches Eintreten für die Frauenrechte andererseits – sowie an diesem Abend.

Ruth M. Nitz, Zonta Club Frankfurt II Rhein-Main

Podiumsdiskussion

Diskussionsrunde

Petra Roth und Publikum

Ein Blick auf die Zuhörerschaft

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SABATINA UND ANGELINA JOLIE BEI KONFERENZ IN NEW YORK

Sabatina James und Angelina Jolie bei der Opening Night im Lincoln Center, New York (Copyright: Abigail Pesta)

Am 8. März lud Tina Brown, Chefredakteurin der Zeitung Newsweek, nach New York zu einer Konferenz ein. Ihre Gäste waren Pionierinnen auf dem Gebiet der Frauenrechte. Sabatina James, Angelina Jolie, Madeleine Albright und Jasvinder Sanghera eröffneten die dreitägige Konferenz mit interessanten Interviews und spannenden Diskussionen.

INFOTISCH ÜBER ZWANGSHEIRATEN

Am 28. Juli standen Christen aus verschiedenen Gemeinden und aus allen Altersgruppen für Sabatina e.V. mitten auf der Königstraße in Stuttgart und informierten über das Thema Zwangsheirat. Teilweise waren Passanten so von diesem Thema angesprochen, dass sie uns am Stand unterstützen wollten. Eine Stuttgarterin, die im Frauenres-sort „Zwangsheirat“ im Auftrag der Stadt berät, zeigte an der Arbeit von Sabatina e.V. großes Interesse. Eine junge Mutter erzählte uns, dass auch sie zwangsverheiratet wurde und nach einer Flucht ins Frauenhaus nun mit Hilfe ihrer Freundin versucht, ein normales Leben zu führen. Vom muslimischen Vater des Kindes wird sie immer noch bedroht. Mit großem Interesse nahm sie unseren Flyer entgegen, auf dem konkrete Hilfsangebote zu finden sind. Viele Passanten zeigten ihre Unterstützung, indem sie uns bestätigten und ermutigten, dieses Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.

Banner gegen Zwangsheirat

Unser Banner: Nein zur Zwangsheirat

Bild vom Infotisch

Am Infotisch