Christenverfolgung

Die Christen sind Anfang des 21. Jahrhunderts die weltweit am stärksten diskriminierte und verfolgte Gruppe. Jedes Jahr werden mehr als 100 000 Christen auf der Welt aufgrund ihres Glaubens ermordet, 288 Christen jeden Tag, alle 5 Minuten einer. Der Soziologe Massimo Introvigne betont, dass die weltweite Christenverfolgung unter allen Formen der Diskriminierung und Verfolgung die schlimmste Tragödie unserer Zeit ist. Mit Vorträgen, Flyern, Unterschriftenaktionen, Mahnwachen und bisher einer Lichterkette beteiligt sich Sabatina e.V. an der Aufklärung über diese ungeheure Menschenrechtsverletzung. Über Partnerorganisationen unterstützen wir traumatisierte Christen, vor allem Frauen und Mädchen.

 

Anderssein als Bedrohung

Zur Situation von religiösen Minderheiten in Pakistan

Religiöse Freiheit in Pakistan

Religiöses Anderssein wird zunehmend zu einer ernsthaften Sicherheitsbedrohung für Minderheiten in vielen Teilen der Welt. Eine kürzlich erschienene Studie des Pew Research Center (2014, S. 8) hat gezeigt, dass der Anteil an Ländern mit hohen bis sehr hohen politischen Restriktionen oder sozialen Feindseligkeiten gegenüber religiösen Minderheiten von 29 auf 43 Prozent zwischen 2007 und 2012 angestiegen ist. Heutzutage leben 76% der Weltbevölkerung in solchen Ländern, 2007 waren es 68%. Daher sollte das Problem der zunehmenden Intoleranz gegenüber religiösem Anderssein nicht länger von der internationalen Politik ignoriert und die Notsituation der am stärksten betroffenen religiösen Minderheiten gelindert werden.

grafik1

Bild.1: Religionsrestriktionen in den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt 2012 (Pew 2014, S.33)

Sowohl 2011 als auch 2012 stand Pakistan auf dem ersten Platz der Länder mit den schwerwiegendsten Feindseligkeiten gegenüber religiösen Minderheiten (s. Bild 1, vertikale Skala). Die Übergriffe lassen sich auf religiöse Gruppen und gewöhnliche Bürger zurückführen, die immer gewalttätiger gegen Minderheiten vorgehen, sei es mit individuellen Aktionen oder kollektiven Mob-Attacken.

Am meisten sind davon Christen betroffen. Laut dem Pew Research Center (2014, S. 63), das seit 2007 ein Monitoring zu religiöser Intoleranz führt, hat Pakistan, das als erstes Land von der Studie erfasst wurde, die Höchstpunktzahl von 10.0 auf der Skala der sozialen Feindseligkeiten 2011 erreicht, 2012 waren es 9,8 Punkte. Pakistans hat große Bedeutung als „peer country“ für die islamische Radikalisierung, allein schon aufgrund seiner Bevölkerungsanzahl; mit 190,7 Millionen Einwohnern zählt Pakistan zu den größten muslimischen Ländern weltweit. Der Bevölkerungszuwachs wird bis 2045 auf 245,9 Millionen und bis 2050 auf 363,3 Millionen Menschen prognostiziert (DSW 2013, S.12). Demnach wird Pakistan innerhalb von 36 Jahren zum Land mit der größten muslimischen Bevölkerung in der Welt und dabei Indonesien übertreffen.
Zu den schätzungsweise 3,6% nicht-muslimischer religiöser Minderheiten in Pakistan (CIA 2014) gehören mit etwa 2-3% Christen, die in den Statistiken jedoch oftmals vernachlässigt werden (z.B. wurden sie im Global Slavery Index Bericht 2013 nicht erwähnt obwohl sie eine überaus große von moderner Sklaverei betroffene Bevölkerungsgruppe darstellen, Walk Free 2013, S. 39-42). Christen sind nicht nur eine kleine religiösen Minderheit in Pakistan, gewöhnlich gehören sie auch zu den marginalisiertesten und verletzbarsten Bevölkerungsgruppen aufgrund ihres Status als „minderwertige Andere“ aus Sicht der muslimischen Bevölkerungsmehrheit (85-90% Sunniten und 10-15% Schiiten). Christen stammen oftmals aus der hinduistischen Kaste der Ausgestoßenen, die während der Kolonialzeit zum Christentum konvertiert sind, um sozialen Diskriminierungen zu entgehen. Doch noch heute gehören Christen den unteren Schichten an und haben kaum Zugang zu Bildung und politischer Macht.
Viele der 2-2,2 Millionen Sklaven in Pakistan sind Christen und werden zu unfreier Arbeit gezwungen. Die christliche Minderheit in der pakistanischen Provinz Punjab gehört zu den Ärmsten der Armen in dieser Region. Viele hoch verschuldete Haushaltsvorsteher sehen sich gezwungen sich selbst und ihre Familien an reiche Ziegeleibesitzer zu verkaufen, um zu überleben. Dies bedeutet eine lebenslange Knechtschaft. Die Menschen werden dabei nicht nur ausgebeutet, oftmals werden die Frauen Opfer von Missbrauch und Vergewaltigungen. Gerade in dieser Region kommt es häufig zu Fällen, in denen christliche Mädchen gezwungen werden, einen muslimischen Mann zu heiraten und zum Islam zu konvertieren.
Die kritische Situation von religiösen Minderheiten in Pakistan zeigt sich ebenfalls an der unverhältnismäßigen Anwendung von Blasphemie-Gesetzen. Paragraph 295-B sieht eine lebenslange Gefängnisstrafe für die Entweihung des Koran vor und § 295-C fordert die Todesstrafe für die Beleidigung Mohammeds. In etwa 50% aller 1500 Blasphemie-Fälle waren Angehörige religiöser Minderheiten Pakistans betroffen, obwohl diese nur 3,6 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Das bedeutet, dass die Gefahr, der Blasphemie bezichtigt zu werden, für nicht-Muslime 15-mal höher ist als für Muslime. Laut Expertenmeinung gibt es bislang keinen Fall, in dem das Blasphemiegesetz auf gerechtfertigte und juristisch transparente Weise in Pakistan angewendet worden ist. Bislang wurde noch keine Todesstrafe für Blasphemie verhängt, was jedoch daran lag, dass „Blasphemiker“ entweder bereits von Angehörigen der Zivilgesellschaft umgebracht wurden oder aus Pakistan geflohen sind, um Asyl in einem sicheren Land zu suchen.


Frauen in Pakistan
2009 wurde Pakistan gemäß dem Gender Development Index (GDI) auf Platz 124 der Liste von 155 Ländern und Regionen gerankt (UN, 2009, S.185). Der Anteil pakistanscher Frauen, die lesen und schreiben können, beziffert sich auf 39,6% und liegt damit weit hinter dem Anteil von Männern mit 67,7% zurück. Geschlechterungleichheit betrifft Frauen und Mädchen aus armen Familien ungleich starker: Während 82,7% der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren aus reichen Familien in die Schule gehen dürfen (Buben: 96,6%), geht dieser Anteil bei Mädchen aus armen Familien auf 22,3% Prozent zurück und untertrifft dabei ein Vielfaches den Anteil von Buben aus der gleichen sozialen Klasse (66,1%). Da pakistanische Frauen im Durchschnitt nur etwa 18% des Gehalts eines Manns in einem vergleichbaren Job verdienen, sind ihre Chancen, ökonomisch unabhängig zu werden, extrem beschränkt.

Obwohl den Frauen offiziell 33% aller Sitze im Parlament zustehen sollten, berichtet die NGO Free and Fair Election Network, dass in den letzten Wahlen lediglich 4% (160) aller 4600 Kandidaten Frauen waren. Frauen, die politisch aktiv werden möchten, werden oftmals von der Gesellschaft bedroht. Diese Situation spiegelt sich im Gender Empowerment Measure (GEM) wider, wonach Pakistan auf Platz 99 von insgesamt 109 Länder und Regionen der Liste steht (UN, 2009, S.190).

Pakistan gehört zu den führenden Ländern in Sachen „Ehrenmorde“. Gemäß dem International Honour Based Violence Resource Centre kommt Pakistan mit etwa 1.000 Opfern pro Jahr für 20 % aller Ehrenmorde weltweit auf. Ehrenmorde wurden 2004 gesetzlich verboten, aber es ist offensichtlich, dass sie immer noch tief in die pakistanische Gesellschaft eingeschrieben sind und fast niemals Strafverfolgung oder eine effektive Sanktionierung der Täter nach sich ziehen. Da es sich bei den Tätern oftmals um Familienangehörige handelt, können sie die Taten einfach als Unfall verstecken. Das Middle East Forum schätzt, dass die Gesamtzahl an Frauen, die bei Ehrenmorden allein in Pakistan umgebracht worden sind, 5.000 Opfer pro Jahr ausmacht.[1]Sohail Warraich (2005) schätzt die Zahl der Opfer in Pakistan sogar noch höher ein und beziffert die Zahl der in Ehrenmorden getöteten Frauen auf 10.000 pro Jahr in Pakistan. Ehrenmorde sind vor allem ein Problem in muslimischen Ländern, wo 91% aller Fälle geschehen. Da 72% der Täter aus der eigenen Familie des Opfers stammen, müssen viel mehr Anstrengungen unternommen werden, um die verletzbaren Frauen mit Maßnahmen zu schützen, die über den Rahmen ineffektiver und rein formeller Maßnahmen hinausweisen (Chesler 2010).
Eine weitere spezifische Bedrohung für Minderheiten und Frauen, welche oftmals von dem Phänomen der Ehrenmorde überschattet wird, stellt die Entführung und erzwungene Konvertierung zum Islam dar, von der vor allem junge Christinnen betroffen sind. Die katholische NGO Fides schätzt, dass jedes Jahr 700 hilflose christliche Mädchen dieser entsetzlichen Behandlung ausgesetzt sind – in den meisten Fällen in vollem Bewusstsein der Gesellschaft und staatlicher Organisationen, die für die Sicherheit der Bürger zuständig sein sollten.[2]
Was zu tun ist
Mit einem speziellen Projekt hilft Sabatina e.V. versklavten Frauen und Mädchen. In Abendkursen, die von Partnerorganisationen durchgeführt werden, lernen Frauen Nähen und Sticken. Mit 100 einfachen Nähmaschinen (30 Euro pro Stück), die den Frauen am Ende des Kurses ausgehändigt wurden, arbeiten sie nun in Nähereizentren mit angegliederten Läden, wo ihre Stücke verkauft werden. Es sollen noch mehr Kurse angeboten werden, um hilflose Mädchen und Frauen gegen Missbrauch zu schützen.

Die pakistanische Regierung soll ihre Anstrengungen erhöhen, um diejenigen zu bestrafen, die von Sklaverei und der Ausbeutung von Frauen in Ziegeleien profitieren. Es muss kontinuierlich gegen den Analphabetismus und die Diskriminierung gegen Frauen (vor allem jene mit christlichen Hintergrund) angegangen werden. Das Blasphemie-Gesetz sollte abgeschafft werden oder zumindest der Missbrauch ernsthaft bestraft werden. Die Wohngegenden von religiösen Minderheiten sollten effektiv von der Polizei beschützt werden, um zukünftige Mob-Attacken zu unterbinden. In den Schulen sollte man ansetzen, um Bildung gegen Diskriminierung und Bewusstseinsbildung für die Würde aller Religionen und ethnischen Gruppen bei den Schülern zu fördern.

Europäische Regierungen sollten die schwierige Situation der christlichen Minderheit in Pakistan anerkennen und verfolgten Personen Asyl gewähren. Unsere Erfahrung zeigt, dass Asylsuchende religiöser Minderheiten in ihren Ankunftsländern oftmals erneut Bedrohungen und Gewalt seitens radikaler Muslime ausgesetzt sind, die oftmals Zimmernachbarn in den Asylwohnheimen sind. Die europäischen Regierungen sollten nicht davor zurückschrecken, andere Regierungen oder Migrantengruppen zu kritisieren, wenn umstrittene Themen wie Minderheitenrechte behandelt werden. Es sollte von Europa ausgehend eine kontroverse Debatte über diese Themen geführt werden, um die politische Bühne in weniger liberalen Ländern zu öffnen und sie für die Notwendigkeit von Minderheitenschutz zu sensibilisieren. Ebenso sollte sich die Entwicklungszusammenarbeit kritisch und ernsthaft mit konkreten Maßnahmen zum Minderheitenschutz in den Ländern beschäftigen. Menschenrechte, Religionsfreiheit und Minderheitenrechte sollten als eigenständiger Sektor in der Entwicklungszusammenarbeit konstituiert werden, da diese ein zentrales Querschnittsthema in der Entwicklungspolitik darstellen. Außerdem sollten NGOs, die sich für das Empowerment von Minderheiten einsetzen, stärker unterstützt werden, um ihre Arbeit auszuweiten und um die Initiativen der Regierung damit kooperativ zu ergänzen.

Länder, die bereit sind, die Minderheitenrechte und Religionsfreiheit zu unterstützen, sollten gegenseitige Kooperationen und eine multinationale Koalition aufbauen. Konkrete und systematische

Referenzen
Chesler, Phyllis (2010): Worldwide Trends in Honor Killings. In: Middle East Quarterly, 17(2), S. 3-11 http://www.meforum.org/2646/worldwide-trends-in-honor-killings

CIA (2014): The World Factbook: Pakistan. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/pk.html

DSW (2013): Datenreport 2013 der Stiftung Weltbevölkerung. Soziale und demographische Daten weltweit. www.weltbevoelkerung.de/uploads/tx_tspagefileshortcut/Datenreport_2013_Stiftung_Weltbevoelkerung.pdf

Pew Research Center (2014): Religious Hostilities Reach Six-Year-High. www.pewforum.org/files/2014/01/RestrictionsV-full-report.pdf

UN (2009): Human Development Report 2009. Overcoming barriers: Human mobility and development. http://hdr.undp.org/en/media/HDR_2009_EN_Complete.pdf

Walk Free (2013): Global Slavery Index 2013. www.globalslaveryindex.org

Warraich, Sohail A. (2005): “Honour killings” and the law in Pakistan. In: Welchman, Lynn & Hossain, Sara (ed.): “Honour” crimes, paradigms, and violence against women. London, New York: Zed Books, S. 78-110.

Unterstützung einer Kirche in Damaskus

Weihnachten 2014 spendete Sabatina 5000 Euro an eine Kirche in Damaskus. Die Situation in Syrien seit 2011 wird von dieser Kirche mit Sorge verfolgt, denn der Wunsch nach Freiheit und Demokratie bleibt. Die Kirche in Damaskus leidet unter den Entwicklungen der letzten Jahre. So müssen Schäden durch Angriffe auf die Kirche und ihre Gebäude repariert und finanziert werden. Außerdem sind die Kosten für beispielsweise den Religionsunterricht und die hierfür benötigten Bücher teilweise um das Fünffache gestiegen. Gesunken hingegen ist, gerade im Kinder- und Jugendarbeitsbereich, traurigerweise die Teilnahme an Aktionen der Pfarrei. Die Menschen vermeiden Aufenthalte in öffentlichen Gebäuden und an öffentlichen Plätzen, denn durch die ständige Gefahr haben sie Angst vor Angriffen.

„Wir sind da, halten das Gemeindeleben aufrecht und versuchen Alltag und Normalität nicht völlig zu verlieren“, sagt ein Pater vor Ort. Durch unsere Spende, die rechtzeitig vor Weihnachten überwiesen wurde, konnte die Kirche in Damaskus Weihnachtsgaben und Weihnachtsgeschenke an die bedürftigen Familien verteilen. Hauptsächlich wurde Heizöl finanziert, das diesen Familien durch die kalte Zeit im Januar geholfen hat. Wir sind froh, dass wir durch die Spende den Christen in Damaskus helfen konnten, einen Teil vom Gemeindeleben und Alltag zu unterstützen, den sie sich so sehr wünschen und so dringend brauchen.

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Nothilfe für vertriebene christliche Syrer

Ende 2012 half Sabatina e.V. mit einer einmaligen Spende von 10.000 Euro christlichen Familien in Syrien, die aus ihren Häusern flüchten mussten. Die Zahl der durch den Bürgerkrieg vertriebenen Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht sind, belief sich nach Schätzungen im Herbst 2012 auf 1,2 bis 1,5 Millionen Syrer. Darunter befanden sich

sehr viele Christen, die von Islamisten vertrieben wurden oder vor Kriegshandlungen geflohen sind.
Das Projekt bestand in dem Plan, 1000 kriegsvertriebenen Familien lebensrettende Hilfe zu bringen. Mit Nothilfe-Ausrüstungen wurden Betroffenen Grundnahrungsmittel, Medikamente, Hygieneartikel und Decken zur Verfügung gestellt. Für diejenigen, die ihren Aufenthalt in Notunterkünften nicht mehr bezahlen konnten, gab es die Möglichkeit finanzieller Unterstützung, Verletzten oder ernsthaft Erkrankten wurden die Arztkosten erstattet.

Für die Auswahl der Familien, denen Hilfe zuteil werden sollte, galten folgende Kriterien:

• Familien mit den meisten Hilfsbedürftigen
• Familien mit besonders abhängigen Familienmitgliedern (Behinderte, Alte, Kinder unter 5 Jahren, Familien mit nur einem Elternteil)
• Familien mit weiteren Benachteiligungen

Durchgeführt wurde das Projekt mit einer Partnerorganisation vor Ort. Sie hat Erfahrungen mit irakischen und sudanesischen Flüchtlingen und verfügt über ein Netzwerk von 18 – 20 Kirchen in verschiedenen Landesteilen und einer Struktur für Nothilfe. Sie setzt professionelle und freiwillige Helfer ein. Ebenfalls unterhält sie einen Klinikbetrieb, der auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen spezialisiert ist und pflegt eine erfolgreiche Kooperation mit internationalen Geber-Organisationen und westlichen NGOs.
Mitarbeiter besuchten bedürftige Familien und sammelten so erste Informationen, über benötigte Hilfen.

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FREIHEIT FÜR ASIA BIBI!

Asia Noreen, alias Asia Bibi, wurde in Pakistan wegen „Beleidigung des Islams“ zum Tode verurteilt. Die Christin, die als Tagelöhnerin in einer Obstplantage arbeitete, wurde am 19. Juni 2009 im Dorf Ittan Wali verhaftet. Sie hatte im Auftrag eines Landwirts Wasser für die Feldarbeiterinnen geschöpft. Als sie es ausschenken wollte, weigerten sich die muslimischen Frauen das Wasser zu trinken, da das Gefäß von einer Christin berührt wurde und somit „unrein“ geworden war. Aus Empörung schleppten Muslime sie zu einer Moschee, wo sie ihrem Glauben abschwören sollte. Als sie dies verweigerte, wurde sie misshandelt und dann der Polizei übergeben.
Am 8. November 2010 verurteilte sie das Gericht in Nankana, in der Provinz Punjab, aufgrund des Blasphemiegesetzes (§ 295, Strafgesetzbuch Pakistan) zum Tode.

Mit einer Unterschriftenaktion forderte Sabatina „Freiheit für Asia Bibi“. Wir konnten 3744 Unterschriften sammeln, die der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Volker Kauder, an den pakistanischen Botschafter übersandt hat. Darüber hinaus appellierte er an die pakistanische Regierung, Asia Bibi freizulassen und forderte die Regierung auf, die von ihr unterzeichneten internationalen Vereinbarungen der Menschenrechte endlich einzuhalten und die
Religionsfreiheit auch den Nichtmuslimen in ihrem Land zu gewähren. Die dem Gerechtigkeitsempfinden widersprechenden Blasphemiegesetze müssten schnellstmöglich aus den Gesetzbüchern des Landes gestrichen werden. In einem persönlichen Gespräch mit dem 26.1.13, Asia Bibi12pakistanischen Botschafter in Deutschland setzte Volker Kauder sich ausdrücklich für Asia Bibi ein.
Ein weiterer Einsatz für Asia Bibi erfolgte am 7. Dezember auf dem Kleinen Schlossplatz in Stuttgart (siehe den ausführlichen Bericht mit Video unter „News“). Dort konnten wir viele Menschen auf ihr Schicksal aufmerksam machen. Bei beginnender Dämmerung wurden Kerzen in Windlichtern und Laternen entzündet. Am Infotisch konnten vorformulierte Briefe an den pakistanischen Botschafter in Deutschland zum Ausfüllen und Abschicken mitgenommen werden.
Im Namen von Asia Bibi und ihrer Familie sagt Sabatina James allen herzlich danke, die sich für die unschuldig verurteilte fünffache Mutter engagiert haben. Sabatina e.V. wird sich weiterhin für die Freilassung von Asia Bibi einsetzen.

Am 16.10.2014 ist Asia Bibi mit einem Berufungsantrag gescheitert. Das Gericht der Stadt Lahore hat die Berufung  abgelehnt, teilte uns ihr Anwalt Naeem Shakir mit. Imame, die der Verhandlung beiwohnten, bejubelten das Urteil. Asia Bibis Ankläger, der Imam Yari Saleem, sagte, das Urteil sei ein Sieg für den Islam. Nun bleibt als dritte Instanz nur noch der Oberste Gerichtshof Pakistans.

Auch Sie können noch immer aktiv werden!

Schreiben Sie an den pakistanischen Botschafter Abdul Basit und fordern Sie ihn auf:
• dafür Sorge zu tragen, dass Asia Bibi umgehend und bedingungslos
freigelassen wird, da sie eine gewaltlose Gefangene ist;
• sicherzustellen, dass sie bis zu ihrer Freilassung weder gefoltert noch
in anderer Weise misshandelt wird und regelmäßigen Zugang zu ihrer
Familie einschließlich ihres Ehemanns und zu ihrem Rechtsbeistand erhält.

Adresse des pakistanischen Botschafter in Berlin:

Seine Exzellenz Abdul Basit
Botschafter der Islamischen Republik Pakistan
Schaperstraße 29
10719 Berlin

Ein Musterexemplar für einen Brief können Sie hier downloaden.

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Befreiung aus Sklavenarbeit in pakistanischen Ziegelbrennereien

In der pakistanischen Provinz Punjab gehören viele Angehörige der christlichen Minderheit Pakistans zu den Ärmsten der Armen. Hoch verschuldete Familienväter müssen sich und ihre Familien an reiche Ziegeleibesitzer verkaufen, was lebenslängliche Schuldknechtschaft bedeutet. Diese Menschen werden nicht nur ausgebeutet. Sie sind jeglicher Willkür ihrer Besitzer ausgeliefert, was in vielen Fällen Misshandlungen und Vergewaltigungen der Frauen einschließt.
Sabatina e.V. bietet Frauen und Mädchen aus dem Punjab die Chance zu einem neuen, befreiten Leben. Mit unserem Projekt „Mit einer Nähmaschine in die Freiheit“ haben wir 100 Nähmaschinen für Frauen zur Verfügung gestellt, die einen zweijährigen Abendkurs im Sticken und Nähen besucht hatten. Mit diesen Nähmaschinen haben die Frauen die Möglichkeit bekommen, sich selbständig zu machen. Dafür erhielten sie von unseren Partnern Stoffe und Garne. Eine einfache Nähmaschine kostet in Pakistan 30 Euro.
Mit 3000 Euro konnten wir 100 Mädchen und Frauen den Weg zu einem Neuanfang bahnen, z.B. Parveen*. Sie ist 35 Jahre alt und hat sieben kleine Kinder. Ihr Mann ist Arbeiter und verdient kaum genug, um die Familie zu ernähren. Parween sagt: „Ich bin sehr froh, dass ich nähen gelernt habe. Ich konnte meinem Mann nicht helfen und ihn nicht unterstützen. Jetzt habe ich zuschneiden und nähen gelernt; damit kann ich jetzt meinem Mann helfen, die Lebensunterhaltskosten zu Mehwish Manzoorbestreiten. Für ein Damenkleid nehme ich 250 Rupien. Mein Mann ermutigt mich und meine ganze Familie ist dankbar für den Nähkurs und das Geschenk einer eigenen Nähmaschine.“
Seit Anfang des Jahres läuft das REHAI-Projekt, mit dem wir einen kompletten zweijährigen Nähkurs für 30 Frauen finanzieren, die am Ende auch wieder eine Nähmaschine geschenkt bekommen. Eine von ihnen ist Sania *. Sie freut sich, dass sie jetzt nähen lernen kann: „Ich habe mein ganzes Leben in der Ziegelei verbracht, und nun lehrt man mich dieses Handwerk (Nähen und Sticken). Und ich möchte in Zukunft von zu Hause aus Geld verdienen.“ Das Budget für das gesamte Projekt beläuft sich auf 9728 Euro. Deshalb bitten wir Sie herzlich: Helfen Sie mit, dass pakistanische Frauen der verarmten, ausgebeuteten christlichen Minderheit ein würdiges Leben führen können!
* Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert


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Gewaltwelle gegen Christen in Pakistan

Eine Familie ist das OpferAm 8. März 2013 wurde in der ärmlichen Joseph Colony/Lari Adha, nördlich von Lahore-Punjab, das vorwiegend von einer christlichen Minderheit bewohnt wird, der Christ Sawan Masih wegen Blasphemie angeklagt. Er ist Bewohner der Joseph Colony, arbeitet als Straßenkehrer und ist Vater von drei Kindern. Seit acht Jahren war Sawan mit einem Muslim namens Shahid Imran befreundet. Am 5. März 2013 hatten Sawan Masih und Shahid Imran einen öffentlichen Streit miteinander. Beide waren alkoholisiert und wurden handgreiflich. Menschen aus der Nachbarschaft versuchten zu schlichten. Shahid Imran beschimpfte Sawan Masih und drohte ihm mit schlimmen Folgen. Zusammen mit einem Mann, der kürzlich vom Christentum zum Islam übergetreten war, heckte Shahid Imran den Plan aus, Sawan Masih der Blasphemie zu beschuldigen. Die beiden informierten den Vorbeter der nahegelegenen Moschee, über den angeblichen Vorfall. Am 8. März 2013 um zirka 16 Uhr gab der Vorbeter der Moschee die Anschuldigungen gegen Sawan Masih über die Lautsprecher der Moschee bekannt. Daraufhin kamen Tausende von Muslimen zusammen und marschierten in Richtung Joseph Colony. Sie warfen Steine auf die Häuser der Christen und forderten die sofortige Verhaftung von Sawan Masih. Dann begannen sie, die Häuser der Christen zu attackieren und zu plündern. Inzwischen war auch die Polizei am Ort des Geschehens und befahl den Christen, ihre Häuser zu verlassen, wenn sie ihr Leben retten wollten. Die Christen, darunter Kinder, Frauen und alte, gebrechliche Menschen, flüchteten sofort aus ihren Häusern. Außer der Kleidung, die sie zu diesem Zeitpunkt trugen, konnten sie nichts von ihrem Besitz retten. Auf der Flucht wurden viele Christen von wütenden Muslimen geschlagen und verletzt, das Fahrzeug von Bischof Akram Gill wurde zerlegt. Bevor die Polizei Sawan Masih festnehmen konnte, inhaftierte sie seinen alten, gebrechlichen Vater. Er wurde von der Polizei geschlagen, obwohl er beteuerte, dass die Vorwürfe gegen ihn und seinen Sohn unwahr seien. Dennoch nahm die Polizei Sawan Masih fest und sein Fall wurde auf der Polizeistation registriert. Am 9. März 2013 um 9.30 Uhr kam ein wütender Mob, bestehend aus 4.000 islamischen Fanatikern, in die Joseph Colony. In Anwesenheit der Polizei setzten sie etwa 200 hundert Häuser von Christen in Brand, darunter auch zwei Kirchen und eine Schule. Sie zerstörten Geschäfte, Motorräder, Auto-Rikschas, Strom- und Gaszähler, Bibeln, Möbel, Gebrauchsgegenstände. Die Gewaltorgie endete erst am Nachmittag. Eine große Anzahl von Polizisten, die vor Ort war, hielt die wütende Menge nicht auf. Obwohl die Polizei mehrmals um Hilfe gebeten wurde, verweigerte sie jede Unterstützung mit dem Hinweis, dass sie nichts tun könne. Nach der vollständigen Zerstörung ihrer Häuser waren die Christen der Joseph Colony zwei Monate lang ohne Unterkunft. Dann wurden ihnen Zelte zur Verfügung gestellt. Der Angriff auf die Christen wurde weltweit verurteilt. Regierungen und NGOs, Einzelpersonen und Or-ganisationen halfen mit Nahrungsmitteln, Decken, Zelten. Später stellten auch die Provinz- und Landesregierung Mittel zur Verfügung. Trotzdem befanden sich die Opfer nach wie vor in extremer Notsituation. Es fehlte an allem. Wir haben den Frauen der Joseph Colony Kleider geschenkt. Kleider für Joseph Colony2Die waren liebevoll von Schülerinnen eines aktuellen Nähkurses gefertigt worden. 250 Frauen bekamen neue, extra für sie hergestellte Kleider, was große Freude auslöste. Die Situation in der Joseph Colony hat sich inzwischen stabilisiert. Trotzdem sind die Men-schen traumatisiert und leben in Ängsten aufgrund ernsthafter Bedrohungen. Sawan Masih wurde inzwischen unter dem Blasphemievorwurf zum Tode verurteilt. Ihm wird Beleidigung des Propheten Mohammed vorgeworfen. Kleider für Joseph ColonyDer 26-jährige Vater von drei Kindern hat während des ein Jahr dauernden Prozesses immer seine Unschuld betont. Er sagt, es ging in dem Streit mit seinem ehemaligen Freund um Eigentumsfragen. Sein Vater bestätigt: „Wir werden nicht gerecht behandelt.“ Es sind die Blasphemieparagraphen Pakistans, die so oft benutzt werden, um an Angehörigen von Minderheiten persönlich Rache zu üben.

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Einsatz für verfolgte Christen
Tag der Menschenrechte in Wien

Am 10. Dezember 2012, dem Tag der Menschenrechte, gab Sabatina James mit dem österreichischen Staatssekretär Reinhold Lopatka und NGOs eine Pressekonferenz, um auf die Situation der verfolgten Christen weltweit aufmerksam zu machen. Sie plädierte für die Freiheit der pakistanischen Christin Asia Bibi und hielt einen leidenschaftlichen Vortrag über die Ursachen der Christenverfolgung. Nach der Pressekonferenz zogen über 500 Menschen mit einem Fackelzug durch die Innenstadt Wiens und demonstrierten für die Freiheit der Christen.

Pressekonferenz in Wien

Pressekonferenz

Nach der Pressekonferenz zogen über 500 Menschen mit einem Fackelzug durch die Innenstadt Wiens und demonstrierten für die Freiheit der Christen.

Einige Pressestimmen:

Fackelzug durch Wien

Fackelzug durch Wien (Copyright: APA)

„Sabatina James, heute 30 und vom Pfarrer, der sie einst taufte, als ,Model Gottes auf dem Laufsteg der Welt‘ bezeichnet, könnte ihre Zuhörer mühelos fesseln, würde sie einfach ihre Lebensgeschichte nacherzählen. Sie tut es nicht an diesem Montagmorgen in Wien, wo sie auf Einladung der Plattform „Solidarität mit verfolgten Christen“ am internationalen Tag der Menschenrechte spricht, geschützt von drei Polizisten, die den Eingang bewachen. Stattdessen erzählt sie eine Weihnachtsgeschichte. Aber keine mit gutem Ende, denn Sabatina James erzählt von Asia Bibi.“
Die Presse 10.12.2012

„Sabatina James, heute 30 und vom Pfarrer, der sie einst taufte, als ,Model Gottes auf dem Laufsteg der Welt‘ bezeichnet, könnte ihre Zuhörer mühelos fesseln, würde sie einfach ihre Lebensgeschichte nacherzählen. Sie tut es nicht an diesem Montagmorgen in Wien, wo sie auf Einladung der Plattform „Solidarität mit verfolgten Christen“ am internationalen Tag der Menschenrechte spricht, geschützt von drei Polizisten, die den Eingang bewachen. Stattdessen erzählt sie eine Weihnachtsgeschichte. Aber keine mit gutem Ende, denn Sabatina James erzählt von Asia Bibi.“
Die Presse 10.12.2012

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Kongress Christenverfolgung heute – gedenkt der Märtyrer

Sabatina und Volker Kauder, der Schirmherr des Kongresses

Sabatina und Volker Kauder, der Schirmherr des Kongresses

Vom 10. – 13. November fand in Schwäbisch Gmünd ein ökumenischer Kongress zum Thema Christenverfolgung statt. Schirmherr des Kongresses war Volker Kauder, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag. Sabatina referierte vor 500 Fachleuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Zwangsverheiratung und muslimische Konvertiten in Deutschland. Aus Sicherheitsgründen trat sie unter dem Decknamen „Layla“ auf, denn – unverändert – lebt Sabatina immer noch unter massiver Bedrohung ihres Lebens. Auf dem Kongress appellierte sie an die Kirchengemeinden, ehemaligen Muslimen einen Familienersatz zu bieten. Diese würden nach ihrem Übertritt zum Christentum von ihren Familien verstoßen und nicht selten mit dem Tod bedroht. Die Behörden sollten ihnen Opferschutz gewähren und sie in Schutzhäusern unterbringen.

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