Armenien-Resolution

Warum haben Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Walter Steinmeier kein Mitgefühl mit Armeniern und anderen christlichen Minderheiten?

Im Auftrag des damaligen jungtürkischen Regimes begann am 24. April 1915 im osmanischen Konstantinopel die planmäßige Vertreibung und Vernichtung von 1,5 Millionen Armeniern!

Deutsche Diplomaten und Offiziere wurden Zeugen von Massakern und Deportationszügen und berichteten darüber an ihre vorgesetzten Dienststellen. Als der deutsche Botschafter in Konstantinopel Ende 1915 von Berlin eine diplomatische Demarche forderte, notierte Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg: „Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht.“

Der Bundestag verabschiedete gestern die Resolution, die „Massaker und Vertreibungen“ im osmanischen Reich, mit nur einer Gegenstimme als Völkermord anerkannte.

Die Hälfte der Regierungsbank, darunter Angela Merkel, Frank Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel blieben der Abstimmung fern. Kanzleramtchef Peter Altmaier verliess demonstrativ den Plenarsaal.

Als Europäerin schäme ich mich dafür, dass sich so namhafte Politiker vor der historischen Verantwortung für die deutsche Komplizenschaft bei diesem Urverbrechen des 20. Jahrhunderts gedrückt haben – aus falscher Rücksicht auf den Diktator und Terrorpaten Erdogan.

Hiermit erkläre ich meine ausdrückliche Solidarität mit den Armeniern, Aramäern und allen anderen verfolgten christlichen Brüdern und Schwestern.

 

 

OFFENER BRIEF

An Frau Bettina Kudla, MdB

Via e-mail

 

  1. Juni 2016

Betr:  Die heutige Abstimmung zur Völkermord-Resolution des Bundestages

 

Sehr geehrte Frau Kudla,

als ich heute morgen live in der TV-Übertragung die Abstimmung zur Völkermord-Resolution des deutschen Bundestages verfolgte, war ich mehr als enttäuscht, dass ein Abgeordneter gegen diesen meines Erachtens eher zu harmlosen Text stimmte. Ich dachte, es müsse sich wohl um einen Abgeordneten mit türkischen Migrationshintergrund handeln und versuchte, sein völlig unverständliches Verhalten dadurch zu entschuldigen, dass er vielleicht von seinen Landsleuten bedroht wurde, er möglicherweise noch Familie im Land des Terrorpaten Erdogan hatte. Dafür hätte ich vollstes Verständnis gehabt.

Umso mehr überraschte es mich, als ich las, dass Sie diese eine Gegenstimme abgegeben haben. Ich bin erschüttert und ich schäme mich – als Deutscher, als langjähriger CDU-Wähler und als Katholik, da ich ebenfalls erfuhr, dass Sie zudem noch Mitglied des ZdK sind. Mich vertreten Sie nicht, mich werden Sie nicht vertreten. Denn Sie haben heute morgen zum Ausdruck gebracht, was Sie von Solidarität mit verfolgten Christen halten. Sie haben sich vor den Mördern von 2,5 Millionen Christen gebeugt und demonstriert, dass Sie auf der Seite der Täter und nicht der Opfer stehen. Und Sie haben auch gegen Papst Franziskus gestimmt, der vor einem Jahr den Mut hatte, den „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“ als solchen zu benennen und in drei Wochen an ihrer Gedenkstätte in Jerevan beten wird. Schamgefühl muss für Sie wohl ein Fremdwort sein.

Ihre Begründung für Ihr befremdliches Verhalten ist so hanebüchen, als sei sie in Ankara aufgesetzt worden. Sie bezeugt allenfalls Ihre geradezu blamable Unkenntnis des Sachverhalts. Hätten Sie sich ein wenig mit der Materie befasst, dann wüssten Sie, dass der Völkermord an den Armeniern von namhaften Historikern aus der ganzen Welt längst mit aller Gründlichkeit aufgearbeitet wurde. Ich selbst habe rund 3000 Seiten bislang unveröffentlichter Dokumente dazu in den Archiven des Vatikans ausgewertet. Auf Initiative von Papst Franziskus wurde ein Großteil dieser Dokumente auch in einer wissenschaftlichen Edition herausgegeben. Auch die Dokumente im Archiv des Auswärtigen Amtes wurden längst, nämlich 2005, publiziert. Die wissenschaftliche Edition, herausgegeben von Wolfgang Gust, können Sie über den Buchhandel bestellen. Gewiss ist es nicht Aufgabe des Bundestages, über historische Forschungen zu urteilen. Aber es ist seine heilige Pflicht, die Verantwortung für das Mitwissen und die Vertuschung dieses Menschheitsverbrechens durch Deutsche zu übernehmen – und das Versäumnis der damaligen Regierung, sie zu verhindern oder zumindest vor der zivilisierten Welt anzuprangern!

Da Sie sich als Katholikin bezeichnen, möchte ich zitieren, was der Kölner Erzbischof Felix Kardinal von Hartmann 1918, als eine zweite Welle der genozidalen Vernichtung drohte, an den damaligen Reichskanzler Graf von Hertling schrieb: „Schon bei der Verfolgung der Armenier im Jahre 1915, die an Grausamkeit den Christenverfolgungen der ersten christlichen Jahrhunderte nicht nachsteht, wurde vielfach die Meinung laut, dass die Deutsche Regierung und besonders die deutschen Katholiken für diese Greuel vor Gott und der Geschichte mit verantwortlich gemacht werden würden, wenn sie nicht alles aufböten, um nach Kräften diese Ausschreitungen zu verhindern.“

(Schreiben vom 1. April 1918, abgedruckt in meinem Buch „Völkermord an den Armeniern“, S. 40 f.)

Worin diese Verantwortung liegt, sei „im Antrag nicht erkennbar“ schreiben Sie, obwohl es deutlich in dessen Begründung steht. Das Deutsche Reich hat die Türkei buchstäblich in den Ersten Weltkrieg gedrängt, um eine zweite Front im Orient zu eröffnen. Aus Berlin kam die von Max von Oppenheim ausgeheckte Idee, den Krieg zum Dschihad zu erklären, um alle Muslime für die Deutsch-türkische Sache zu gewinnen; er lieferte den Völkermördern aber auch die religiöse Legitimation, gegen die „Ungläubigen“ im eigenen Land vorzugehen. Der deutsche Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg zog den deutschen Botschafter Graf Metternich aus Konstantinopel ab, als dieser zu laut gegen den Völkermord protestierte. Seine Erklärung, „Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht“, ist in ihrem Zynismus nicht mehr zu übertreffen. Dabei hätten die Deutschen sehr wohl die Massaker stoppen können, wie sich 1917 zeigte, als sie auf Drängen des Vatikans zugunsten der jüdischen Palästinasiedler intervenierten.

Wenn Ihnen „konkrete historische Fakten“ wie diese „nicht bekannt“ sind, so sind Sie zu bedauern. Sie sind auch Ihnen jederzeit über Internet zugänglich. Oder sollte auch das für Sie, trotz professionell gestalteter Webpräsenz, noch „Neuland“ sein? Stattdessen vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, nämlich die Impotenz der heutigen Bundesregierung, Massaker zu verhindern, mit der Situation im 1. Weltkrieg. Damals war Deutschland der wichtigste Verbündete des Osmanischen Reiches, dessen Armee von drei deutschen Generälen beraten wurde, dessen Soldaten Seite an Seite mit den deutschen Truppen kämpften. Eine solche Waffenbrüderschaft unterhält die Bundesregierung Gott sei Dank eben nicht mit dem Islamischen Staat, also ist es sehr viel schwieriger, solche Massaker heute zu verhindern.

Den wahren Grund für Ihre gespielte Ignoranz lassen Sie in Ihrer Begründung allerdings auch durchscheinen. Sie fürchten also „politische als auch finanzielle Folgen, die sich aus diesem Antrag ergeben“, als ob Deutschland auch nur im Geringsten von der Türkei politisch oder finanziell abhängig wäre. Wiedergutmachungsforderungen wird es von Armenien an die Türkei geben, und das völlig zurecht. Dagegen ist nicht ersichtlich und gewiss ohne Präzedenzfall, für Mitwisserschaft finanziell zur Rechenschaft gezogen zu werden. Die Briten wussten auch von Auschwitz, doch nie hat Israel sie dafür belangt, dass Churchill eine Bombardierung der Bahnlinien für die Todeszüge als „nicht kriegsnotwendig“ erachtete.

Wenn die Beziehungen zur Türkei dadurch belastet werden, dann soll dem so sein. Es war ohnehin ein Irrweg von Frau Merkel, eine Lösung der Flüchtlingskrise bei ihrem Mitverursacher, dem Diktator Erdogan, zu suchen. Schließlich unterstützt Erdogan seit Jahren eben jene Terroristen, die den Bürgerkrieg in Syrien anheizen und verantwortlich für die von Ihnen zitierten Massaker sind. Unsere katholischen und mit Rom unierten Bischöfe und Patriarchen aus Syrien geben Ihnen darüber gerne Auskunft. Erdogan hoffte, sich mit dem Flüchtlingsdeal die Visafreiheit zu erkaufen, ohne eine Gegenleistung dafür zu erbringen. Zudem schickte er uns nur die schwer integrierbaren Flüchtlinge, während Akademikern und Ingenieuren die Ausreise verweigert wurde. Einem totgeborenen Kind soll man nicht nachweinen, wenn es bestattet wird. Wird Erdogan nicht in seine Schranken verwiesen, müssen wir ohnehin demnächst mit einigen Millionen flüchtigen oder zwangsvertriebenen Kurden rechnen, denn die Homogenisierungspolitik der Jungtürken, die hinter dem Völkermord von 1915/16 stand, fand nicht nur mit dem Völkermord an den Pontusgriechen, Jesiden und Aleviten unter Atatürk, sondern auch in der heutigen Kurdenpolitik ihre Fortsetzung. Die Geschichte hat gezeigt, dass man einen Diktator wie Erdogan nicht durch Appeasement und Kuschelkurs in die Schranken weist, sondern nur durch eine Politik der klaren Standpunkte und Werte. Der Bundestags-Resolution jetzt noch die Schuld an dem ohnehin schon gescheiterten Flüchtlings-Deal mit Erdogan zu unterstellen ist, mit Verlaub gesagt, geradezu perfide.

Die Geschichte wird nicht vergessen, dass Sie es waren, Frau Kudla, die als Einzige gegen diese historische Resolution gestimmt hat. In der Türkei werden sie dafür gewiss gefeiert. Deutsche und christliche Grundwerte aber haben Sie damit auf äußerst bedauerliche Weise verraten. Als Bürger der Bundesrepublik und CDU-Wähler, als katholischer Christ und als Historiker muss ich mich ausdrücklich von Ihrer Entscheidung distanzieren. Im Bundestag sollten Repräsentanten des deutschen Volkes sitzen, nicht Interessenvertreter anatolischer Diktatoren.

 

Hochachtungsvoll

Michael Hesemann

Historiker und Autor („Völkermord an den Armeniern“)

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Bangkok: Weihnachten in Tränen – vergessene Flüchtlinge

Frau_BangkokSeit Monaten erreichen uns immer dramatischere Hilferufe von pakistanischen Christen, die vor unglaublicher Gewalt der sunnitischen Mehrheitsbevölkerung aus ihrer Heimat nach Thailand fliehen: „Uns fehlt es an allem hier. Wir hungern. Bitte hilf uns durch deine Organisation. Ich habe kein Geld essen zu kaufen. Niemand hilft uns hier. Unsere Kinder weinen vor Hunger, aber wir können ihnen nichts zu essen geben. In Gottes Namen, bitte hilf meiner Familie. Ich habe auch noch ein kleines Baby. Gott wird dir deine Hilfe vielfach zurückgeben.“

Junge_BangkokHoffnungslose Lage für Christen
Im März hat Sabatina e.V. eine Analyse der Lage unter den Flüchtlingsfamilien vor Ort gemacht und eine junge Mutter aus der Haft freigekauft. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk scheint überfordert. Die Familien müssen bis zu 5 Jahre auf das erste Interview warten, um ihr Asylverfahren überhaupt einzuleiten. Thailand hat keine Asylgesetze und inhaftiert täglich Flüchtlinge, die als Illegale betrachtet werden. Familien können kein Einkommen erzielen, die Kinder dürfen keine Schule besuchen, Kranke werden nicht behandelt.

Kinder_BangkokNothilfemaßnahmen dringend nötig
Mit Ihrer Hilfe will Sabatina e.V. mit vertrauensvollen Partnern vor Ort Nothilfe da leisten, wo die Verwundbarkeit am größten ist: Bei Familien mit kleinen Kindern, mit Kranken und vor allem bei Waisenkindern. Dringend benötigt werden regelmäßig gesunde Nahrungsmittel, Materialien für elterlichen Schulunterricht. Wichtig ist aber auch der seelische Beistand in beängstigender, hoffnungsloser Lage, etwas Trost für die von Europa vergessenen Flüchtlinge für das bevorstehende Weihnachtsfest.

Das benötigen die vergessenen Flüchtlinge

  • Gesunde Nahrungsmittel
  • Schulmaterialien
  • Wichtige Medikamente
  • Seelischer Beistand
  • Druck auf Politik

Stichwort für Ihre Spende: Projekt Bangkok

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Pakistan: Mary’s Refuge – missbrauchte Waisenmädchen stärken

In Pakistan gehören viele Christen der ärmsten Unterschicht an. Durch ihre meist dunklere Hautfarbe werden sie leicht erkannt und sind zusätzlich stigmatisiert. Mädchen aus besonders armen christlichen Familien und solche, die zu Waisen werden, haben oft keine andere Perspektive als im Haushalt einer muslimischen Familie zu arbeiten.

Sexueller Missbrauch und Gewalt
Mädchen aus armen Familien und Waisen werden als Hausangestellte am häufigsten Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Wie die zwölfjährige Shazia Masih, deren verwitwete Mutter das Mädchen nicht mehr alleine versorgen konnte und einem wohlhabenden Muslim als Haushaltsgehilfin anvertraute. Nach acht Monaten wurde das Mädchen mit schweren Spuren von sexuellem Missbrauch und Folter tot in das örtliche Krankenhaus eingeliefert. Der Täter wurde trotz Anklage nie zur Rechenschaft gezogen.

Seele heilen, Selbstbewusstsein stärken, Zukunft geben
Wenn es gelingt, solche Mädchen rechtzeitig aus einer hoffnungslosen Spirale von Missbrauch und Gewalt zu befreien, dann beginnt die Arbeit der Betreuer des Mary’s Refuge. In jungen Jahren schon schwer geschlagen dürfen die Mädchen endlich Ruhe und Sicherheit erfahren. Zeitgleich werden 15 Mädchen betreut und ausgebildet. Ziel ist, dass sie ihr Leben bald wieder selbständig bestreiten können und ein soziales Netzwerk um sich spüren. Mit Ihren Mitteln können wir die Einrichtung sichern und hoffentlich bald vergrößern.

So helfen Sie mit im Mary’s Refuge

  • Sichere Unterkunft
  • Seelischer Beistand
  • Schulmaterialien
  • Berufsausbildung
  • Gesunde Ernährung

 

Stichwort für Ihre Spende: Projekt Waisenmädchen

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Sabatina als „Hoffnungsträgerin“ geehrt

copyright Michael Hesemann

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Sabatina hat den Hoffnungsträgerpreis des baden württembergischen Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“ erhalten. Der Vorsitzende, Steffen Kern übergab ihr den mit 5.000 Euro dotierten Preis am 26. Juni in Schwäbisch Gmünd. In seiner Laudatio würdigte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, Sabatina als eine leidenschaftliche Bekennerin.
„Sabatina öffnet uns die Augen für Probleme, die wir nicht sehen wollen oder übersehen“, sagte Kauder im Blick auf eine islamische Parallelgesellschaft in Deutschland. Sabatina zeige mit ihrem Leben auch, wie der christliche Glaube einen Menschen verändere und zum Engagement für eine menschenwürdige Gesellschaft motiviere. Kauder würdigte Sabatina mit den Worten: „Menschen wie Sie sind nicht nur ein Segen, sondern eine Hoffnung. Dass es Sie gibt, ist ein wunderbarer Beweis für die Nähe Gottes.“

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Abendveranstaltung der Uni Tübingen

Am 19. Januar 2015 fand im Rahmen einer Vortragsreihe der Uni Tübingen „Clash of Civilizations – Feindbilder in interreligiösen Beziehungen und internationaler Geopolitik“ eine Veranstaltung statt, in der Sabatina über Skype zugeschaltet wurde. Angekündigt war der Abend als eine der spannendsten Sitzungen der gesamten Ringvorlesung, an der es nicht um einen wissenschaftlichen Vortrag, sondern um persönliche Erfahrungen von Betroffenen ging.

19.1.15,26,Uni-TübingenSabatina sprach vor den etwa 250 Zuhörern über ihren persönlichen „Clash of Civilizations – junge Mädchen in Europa im gewaltsamen Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen“ und beantwortete Fragen. Anwesend waren auch Mitglieder unserer Aktionsgruppe aus Stuttgart, die Material über den Verein an Studenten und weitere Interessierte im Hörsaal verteilten. Anschließend konnten die Zuhörer an unserem Büchertisch ergänzendes Material erwerben.

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Weihnachtsspende für syrische Christen

Syrien WeihnachtenWir senden herzliche Grüße und ein ebenso herzliches Dankeschön an alle Freunde, die uns 2014 Spenden für Syrien geschickt haben. So konnten Weihnachtsfeiern für kinderreiche christliche Familien in Damaskus stattfinden. Das ist eine Stadt in permanenter Angst, wo ständig Schüsse zu hören sind, wo Bomben detonieren, wo die Teuerungsrate massiv gestiegen und Lebensnotwendiges oft nur schwer zu bekommen ist. Außer für Weihnachtspäckchen wurde unsere Spende von 5000 Euro für bedürftige Familien verwendet, denen wir das Heizöl finanziert haben, das ihnen durch eine Zeit bitterer Kälte im Januar geholfen hat.

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Aktionsgruppe gegen Zwangsheirat

Stuttgart, 17.1.15,6bAm 17. Januar führte unsere Stuttgarter Aktionsgruppe auf der Haupteinkaufsmeile Königstraße einen Aktionstag gegen Zwangsheirat durch. Die Aktivisten kamen aus Russland, Deutschland, Pakistan und Australien. Sie einte ihr christlicher Glaube und der Wille, gemeinsam gegen religiös begründetes Unrecht vorzugehen und den Mädchen und Frauen eine neue Perspektive für ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Ergänzt wurde unser Banner gegen Zwangsheirat durch die Kleidung der Aktivisten.

Interessierte wurden auf die Arbeit des Vereins aufmerksam gemacht. Flyer und Broschüren von Sabatina e.V. konnten mitgenommen werden. Neben viel Zustimmung und Ermutigung erfuhren die Teilnehmer aber auch Gegenwind. Obwohl das Wort „Islam“ nirgendwo vorkam, fühlten sich mehrere Muslime allein durch die Thematik angegriffen.

Trotz des Widerstandes ist es jedoch wichtig, mit dieser Thematik auf die Straße zu gehen, denn auch in Deutschland geht die Zahl der zwangsverheirateten Frauen und Mädchen in die Tausende. Darauf muss immer wieder hingewiesen werden. Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung, die großes Leid verursacht und deshalb nicht toleriert werden darf.

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Plakate und Online-Banner gegen Zwangsheirat

Im November 2014 hat Sabatina e.V. mit einer großflächigen Plakatkampagne auf Zwangsheiraten in Deutschland aufmerksam gemacht und die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert.

In Hamburg, Berlin, Mannheim, München und Stuttgart wurden drei verschiedene Plakatmotive in collagenhaftem Stil in Bahnhöfen, S-Bahn-Stationen und an Verkehrsknotenpunkten gezeigt. Durch Schaltung von Online-Bannern auf mehreren Websites wurde die Kampagne zusätzlich unterstützt. Ziel war es, den Opferschutz in Deutschland zu optimieren und Helfer zu schulen, um den Umgang mit Betroffenen zu verbessern.

Die drei unterschiedlichen Motive der Plakatkampagne zeigten eine drastische Darstellung der vielen Facetten, die Betroffene von Zwangsheirat erleben. Ungeschönt sollten sie die Problematik und das Leben der Betroffenen abbilden, die hier in Deutschland von Zwangsehe bedroht sind oder bereits ohne ihre Einwilligung verheiratet wurden. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Zwangsheirat“ wollte der Verein aufzeigen, dass diese Menschenrechtsverletzung auch bei uns stattfindet. Sabatina James, Gründerin und erste Vorsitzende des Vereins Sabatina e.V., teilt das Schicksal dieser jungen Frauen und setzt sich bereits seit Jahren für den Opferschutz und die Unterstützung der hilfebedürftigen Frauen ein: „Ich habe mich entschieden, diese Kampagne zu starten, weil ich selber Betroffene bin. Das hat großes Leid in mein Leben gebracht, ein Leid, vor dem ich andere Frauen bewahren möchte.“

Laut Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011 zum Thema Zwangsverheiratung in Deutschland, sind 94 Prozent der Betroffenen junge Mädchen die zum größten Teil (knapp 60 Prozent) aus religiösen Migrantenfamilien stammen. Eine Zwangsehe wird geschlossen, wenn Mädchen oder junge Frauen ohne ihre Einwilligung oder durch Druck und Missbrauch zur Ehe gezwungen werden. Oft sehen sie keinen anderen Ausweg als Flucht, Selbstmord oder Gehorsam, der in katastrophalen Folgen endet: Häusliche Gewalt, Ehrenmord, Kindesentführung, Isolation und das Auseinanderbrechen von Familien. Die Plakatkampagne sollte mit den auffälligen Motiven auf das Schicksal der vielen Betroffenen aufmerksam machen, ihnen aufzeigen, dass es für sie Hilfe gibt und eine Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema erwirken.

Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz griffen die Thematik auf, berichteten über die Kampagne und interviewten Sabatina James über ihre Beweggründe, das Thema Zwangsheirat so breit an die Öffentlichkeit zu bringen.

Dem Deutschlandfunk sagte sie: „Ich hab’s an meinem eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, gegen den Willen verheiratet zu werden, eine Todesdrohung ausgesprochen zu bekommen über sein Leben, dann im Opferschutz zu leben und keine Familie mehr zu haben. Alles Konsequenzen der Entscheidung für die Freiheit. Und deswegen sage ich: Ich werde auftreten, egal, was es mich kostet. Und wenn es mich mein Leben kostet, dann kostet es mich mein Leben.“

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Preisverleihung in Wien: Der „Female Rights World Award“ für Sabatina

Als Preisträgerin bei der Gala

Als Preisträgerin bei der Gala

Österreichs Frauenmagazin look! hat am 16. Oktober 2014 im Rahmen einer glanzvollen Gala im Wiener Rathaus Frauen für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden Frauen geehrt, die Außergewöhnliches geleistet haben und für viele andere zu einem Vorbild geworden sind. Sabatina wurde für ihren Einsatz für unterdrückte, missbrauchte und schutzlose Frauen mit dem „Female Rights World

Auf der Pressekonferenz

Auf der Pressekonferenz

Award“ geehrt.

Dazu veröffentlichte look! auch zwei Artikel über Sabatina und ihre Arbeit:

Am 13.10.2014

http://www.looklive.at/People/2014-10-14-verkauft-und-verraten-5654/

und am 18.10.2014, nachdem Sabatina erfahren hatte, dass gerade an ihrem großen Tag das Berufungsverfahren von Asia Bibi in der 2. Instanz gescheitert ist:

 

 

Beim Empfang des „Female Rights World Award“

Beim Empfang des „Female Rights World Award“

http://www.looklive.at/People/2014-10-19-endloser-kampf-7551/

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Demos für Christen im Irak

Im August fanden in Stuttgart und Waiblingen Demos und ein Infostand statt, mit denen auf die katastrophale Lage der Christen im Irak hingewiesen wurde. Veranstalter der großen Demo am 6. August war die chaldäisch-katholische Kirche. Unsere Aktionsgruppe war auch wieder mit dabei und konnte mit Sabatina-Flyern weitere Informationen über die Christenverfolgung geben.

Stuttgart, Demo irakischer Christen, 6.8.14,8a Stuttgart, Demo irakischer Christen, 6.8.14,36b Stuttgart, Demo irakischer Christen, 6.8.14,40b

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