Über Sabatina e.V.

Über den Verein

Der gemeinnützige Verein Sabatina e.V. wurde im März 2006 mit Sitz in Hamburg gegründet.

Sabatina e.V. unterstützt Frauen, die aufgrund von Gewalt innerhalb der Familie, drohender, bzw. bereits vollzogener Zwangsverheiratung oder aufgrund von Ehrenmordandrohungen auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Diese Ziele werden realisiert durch:

Konkrete Hilfe für Betroffene

Ansprechpartner des Vereins leisten psychologische Unterstützung und Beratung und klären über Menschenrechte auf. Sie stehen den betroffenen Frauen und Mädchen helfend zur Seite und vermitteln Hilfesuchende an Schutzeinrichtungen im In- und Ausland, die vom Verein unterstützt werden.

Aufklärungsarbeit

Durch Vorträge, Publikationen und Beiträge in den Medien wird die breite Öffentlichkeit über die Situation der Betroffenen informiert, sensibilisiert und aufgeklärt.

Werte und Vision

Jedes Mädchen, jede Frau hat das Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit. Das beinhaltet das Recht, sich gegen eine arrangierte Ehe zu entscheiden, nach Erreichen der Volljährigkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen und den Ehepartner selbst zu wählen. Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Entmündigung und Entrechtung von Mädchen und Frauen keine Unterstützung mehr finden. Darüber hinaus setzen wir uns für Toleranz, Respekt bei kultureller Vielfalt und ein gewaltloses und friedliches Miteinander auf dieser Welt ein.

Spenden an die Projekte des Vereins sind steuerbegünstigte Abgaben.

Jetzt spenden!
nach oben ↑

Satzung

Unsere Vereinssatzung als Download:
Satzung.pdf
nach oben ↑

Flucht in die Freiheit

Sabatina James widersetzte sich der Zwangsehe und konvertierte zum Christentum.

Ein muslimisches Mädchenschicksal in Europa: Sabatina James ist gerade 17 Jahre alt, als sie von ihren Eltern, die seit 1992 in Österreich leben, gezwungen wird, sich mit ihrem pakistanischen Cousin zu verloben.

Um nicht heiraten zu müssen, bricht sie mit ihrer Familie, zieht in eine eigene Wohnung. Als sie sich schließlich zum Christentum bekennt, droht ihr der Vater mit Mord. Seitdem ist Sabatina ständig auf der Flucht. Im Oktober 2003 wird Sabatina, deren Name ein Pseudonym ist, katholisch getauft. Ihre Geschichte hat die junge Frau in einem Buch veröffentlicht. LiMa-Redakteurin Regina Bruns sprach mit der Autorin.
LiMa: Welche Reaktionen haben Sie auf Ihr Buch bekommen?

Sabatina: Bei mir haben sich viele muslimische Frauen und Mädchen gemeldet, die gegen ihren Willen verheiratet wurden. Leider haben sie oft nicht die Kraft, sich gegen ihre Eltern oder Ehemänner aufzulehnen. Denn was sie dann erwartet, ist die Isolation innerhalb der muslimischen Gesellschaft. Nachdem man als Frau immer von der Außenwelt ferngehalten wurde, verliert man mit einem Mal auch die eigene Familie. Die Einsamkeit, die einen dann erwartet, ist wirklich kaum zu ertragen.

Ihre Eltern bedrohen Sie mit dem Tod: Warum tun sie ihrer eigenen Tochter das an?

Das hat viel mit dem muslimischen Begriff von Ehre zu tun. Es gibt ein pakistanisches Sprichwort, das besagt: „Die Tochter ist die Last auf den Schultern des Vaters, bis sie verheiratet ist.“ Sobald ein Mädchen aus der Tradition ausbricht, ist die Ehre der ganzen Familien beschmutzt.

Hat dieses Verhalten Ihrer Eltern in erster Linie etwas mit der Kultur oder auch mit Ihrem Glauben zu tun?

Nach meiner Erfahrung spielt da die Religion schon eine entscheidende Rolle – auch wenn es natürlich auch aufgeklärte Moslems gibt. Als ich in der Koranschule war, wurde mir jedoch immer gesagt, dass ich nur ins Paradies komme, wenn ich die Pflichten gegenüber meinem Ehemann erfülle. Außerdem habe ich in Deutschland pakistanische Christen kennen gelernt, die – obwohl sie aus dem gleichen Land wie meine Familie kommen – ein ganz anderes Frauenbild haben.

War das auch ein Grund, warum Sie zum Christentum übergetreten sind?

Ja, das hat schon mit reingespielt. Im Koran steht immer: Sagt euren Frauen dieses, sagt euren Frauen jenes. Als ich die Bibel aufgeschlagen habe, habe ich zum ersten Mal erlebt, dass Gott mich direkt anspricht, obwohl ich eine Frau bin. Das Wichtigste ist für mich jedoch, dass Jesus die Liebe in den Mittelpunkt gestellt hat.

Haben Sie den Eindruck, dass die europäische Bevölkerung angemessen auf das Phänomen „Zwangsverheiratung“ reagiert?

Überhaupt nicht. Das Problem ist, dass die Mitarbeiter in den Behörden nicht geschult sind und daher nicht ahnen, wie die Muslime hier ihre Traditionen durchsetzen. Außerdem hat in Österreich oder Deutschland jeder Angst, als Rassist abgestempelt zu werden, wenn er sich in eine andere Kultur einmischt. Was aber oft nicht verstanden wird: Es geht hier nicht um Rassismus, sondern um Menschenrechte.

(Interview aus dem Magazin LiMa (Liborius Magazin) vom Juni 2005
nach oben ↑

Geschichte

Mein Name ist Sabatina James. Ich bin 1982 in Pakistan geboren, dem Land, wo im Namen des Islams bis heute Frauen am lebendigen Leib angezündet oder von ihren Vätern und Brüdern getötet werden.

Meine Eltern sind Muslime. Ich kam im Alter von zehn Jahren nach Österreich in ein kleines Dorf bei Linz. Dort durfte ich das Gymnasium besuchen, doch damit begann auch mein Martyrium. Je mehr ich mich dem westlichen Lebensstil anpasste, umso mehr geriet ich in den Konflikt zwischen zwei Religionen, dem Islam und dem Christentum. Ich musste in meinem Elternhaus psychische und physische Gewalt über mich ergehen lassen, nur um „frei“ zu sein. Stattdessen landete ich 1999 unter einem Vorwand hinter den Mauern einer Koranschule in Pakistan. Dort lehrte man uns den Hass auf den Westen und ich erfuhr am eigenen Leib die Wertlosigkeit einer Frau. Ich wurde geschlagen und misshandelt. Als ich gegen meinen Willen mit meinem Cousin verheiratet werden sollte, floh ich und kehrte nach Europa zurück.

Ich konvertierte vom Islam zum Christentum. Es traf mich die Antwort des Islam: Im Jahr 2001 sprachen mein Vater und ein muslimischer Geistlicher das Todesurteil über mich aus.

Ich musste wieder fliehen.

Millionen Frauen erfahren dieselbe Pein wie ich. Doch die meisten schweigen aus Angst. Ich möchte eine Stimme für sie sein und mit meinem Verein Sabatina e.V. Hilfe für ein besseres Leben geben.
nach oben ↑

Pressefotos von Sabatina James

Hier finden Sie Pressefotos von Sabatina James, die für Journalisten zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen. Um ein Belegexemplar wird gebeten. Vielen Dank!

Fotos: Pattloch, Thommy Mardo, Torsten Lapp